25. August 2004

Quelle: Hamburger Abendblatt

  

Tiere tun gut

Studie: Wer ein Haustier versorgt, lebt gesünder und muss auch seltener zum Arzt

 

Wirken Haustiere auf den Menschen wie eine Medizin? Wer ein Tier hat, lebt gesünder und geht weniger oft zum Arzt. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin.

 

Zwischen 1996 und 2001 befragten die Wissenschaftler in einer breit angelegten Studie 24 000 Personen aus 12 000 Haushalten. Mitberücksichtigt wurden dabei Angaben zu Geschlecht und Alter und zum sozialen Umfeld. Über alle Gruppen hinweg zeigte sich, dass die Zahl der Arztbesuche bei Menschen, die keine Haustiere haben, um knapp ein Fünftel höher lag als bei jenen mit mindestens einem Tier (meist ein Hund, eine Katze oder beides) im Haushalt. "Die gesündeste Bevölkerungsgruppe war die der Familien mit Hauseigentum und eigenen Haustieren, die mindestens für fünf Jahre gehalten wurden", berichten Bruce Headey und Markus Grabka in ihrer Studie.

 

Die Teilnehmer wurden gefragt, wie oft sie in den vergangenen drei Monaten einen Arzt aufgesucht hatten. In der Gruppe der Haustierbesitzer fiel die Zahl der Arztbesuche in diesen fünf Jahren von 2,8 (1996) auf 2,7 Arztbesuche im Jahr 2001, obwohl die Befragten in diesem Zeitraum fünf Jahre älter geworden waren und man daher eher eine Zunahme der Arztbesuche hätte erwarten können.

 

Bei den Befragten ohne Haustiere stieg hingegen die Zahl der Arztbesuche im gleichen Zeitraum von 3 auf 3,2. Der Zusammenhang gilt für Frauen und Männer, für Jüngere und Ältere, für eher Zufriedene und Unzufriedenere.

 

Der Verlust des Haustiers führte hingegen dazu, dass die ehemaligen Halter so viele Arztbesuche machten wie die Gruppe ohne Haustiere.

 

Warum allerdings die tierischen Hausgenossen einen derart positiven Einfluss auf die Gesundheit haben, ist noch unklar. Die Forscher vermuten mehrere Gründe: So könnten ältere, einsame oder schüchterne Menschen von der Gesellschaft des Tieres profitieren. Wer häufig im Stress sei, könne mit einem Tier besser entspannen. Außerdem müssten sich ansonsten nur wenig aktive Menschen mehr bewegen, wenn sie einen Hund haben. Die Tatsache, dass es mehrere Jahre braucht, bis die positiven Effekte am besten zum Tragen kommen, lege außerdem die Vermutung nahe, dass auch das Immunsystem an diesem Prozess beteiligt sei. Das müsse allerdings noch in weiteren Studien geklärt werden.

 

Bereits in früheren Untersuchungen wurden der beruhigende Blick auf schwimmende Aquarienfische oder häufiges Gassi-Gehen mit Hunden für eine bessere Gesundheit verantwortlich gemacht.